Matthäusgemeinde Mannheim

Evangelische

Gemeinde Feudenheim

in Mannheim

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Besinnung

aus dem Gemeindebrief Passion/Ostern 2020

Liebe Gemeindeglieder,

was verbirgt sich hinter dem grünen Gockel, dessen Bild unseren Gemeindebrief ziert?

Der grüne Gockel, das ist die badische Version eines europäischen Umweltzertifizierungs-Prozesses, der jetzt auch unsere Gemeinde erfasst hat. Alle Welt redet vom Klima, wir auch. Und zwar als Christen schon immer, denn die Verantwortung für die Eine Welt und die Mitverantwortung für unsere uns von Gott anvertraute Erde mussten wir nicht neu erfinden. Sie wird bei Juden und Christen schon immer miterzählt. In den beiden sehr verschiedenen biblischen Schöpfungserzählungen am Anfang der Bibel erfahren wir, dass Gott uns Menschen als MitarbeiterInnen zum Bauen und Bewahren seiner Schöpfung eingesetzt hat. „Machet sie euch untertan“ bedeutet natürlich nicht, dass wir sie ausbeuten oder zerstören sollen, unsere wunderschöne Erde. Ursprünglich ist die Erde so eingerichtet, dass wir alle ein gutes Leben auf ihr führen können – im Einklang mit Gottes Willen.

Der grüne Gockel, das ist ein innovativer, ein kreativer Prozess, den das Umwelt-Team mit Hilfe der landeskirchlichen und europaweiten Initiativen angestoßen hat. Gemeindefeste zu Bienen und warum wir ihnen dankbar sind und ein Gemeindefest zu Wolle und Schafen und problematischen bzw. nachhaltigen Kleidersiegeln haben uns bereits beschäftigt. Bis zur Bundesgartenschau in Feudenheim werden wir weitere Gemeindefeste feiern, die unsere Freude an der Schöpfung und unsere Verantwortung für unsere Erde schärfen – denn wir haben ja nur eine.

Das Thema des grünen Gockels durchzieht viele Begegnungen unserer Gemeinde.

Die Konfirmanden haben mit dem Eine-Welt-Kreis und MitarbeiterInnen von „Grünwerk“ zusammen einen bemerkenswerten Gottesdienst gestaltet, bei dem Gemeindeglieder auch einen Selbsttest zu ihrem ökologischen Fußabdruck machen konnten.

Der Kinderbibeltag wurde von echten und gar nicht dummen vierbeinigen Eseln besucht, und Erwachsene wie Kinder haben überlegt, warum wir nicht mit dem Kopf durch die Wand kommen, sondern besser auf Tiere und Pflanzen achten, die uns Botschaften von Gott finden lassen.

Das Umwelt-Team hat Schöpfungsleitlinien formuliert, die Sie hier auf Seite ## und auf unserer Website nachlesen können. Wir haben auch schon ein Umwelt-Audit mitgemacht, das heißt, wir wurden geprüft auf unsere Möglichkeiten und Ideen zur Verringerung der CO2-Emmissionen.

Nutzt das alles denn was? „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ – so könnte ich mit der Jahreslosung für 2020 antworten! Ich will es gerne glauben und alles dafür tun!

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben“ – Der erste, der das erfahren und gesagt hat, war ein verzweifelter Vater, der sein von Geburt an krankes Kind zu Jesus brachte. Sein Glaube war eine Verzweiflungstat der Liebe. Und er selbst hat ihn als Unglauben bezeichnet. „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“

Das ist mir sympathisch, denn Menschen, die sich ihres Glaubens allzu sicher sind, oder sich ihres Glaubens sogar rühmen, überzeugen mich weniger als nachdenkliche und zugleich tatkräftige Menschen. Der Vater des kranken Kindes jedenfalls vertraute mehr auf die Kraft Jesu als auf seinen eigenen Glauben. Darin kann er uns zum Vorbild werden, auch in Sachen grüner Gockel!

Ihre Pfarrerin Dorothee Löhr

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