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aus dem Gemeindebrief zu Pfingsten 2019

Liebe Leserinnen und Leser unseres Gemeindebriefes,
liebe Schwestern und Brüder unserer Gemeinde,

„Ich bin dann mal weg…!“ Durch den Titel des Buches von Harpe Kerkeling ist diese Formulierung zu einem geflügelten Wort in unserer Gesellschaft geworden. Mit etwas Humor könnte es auch heißen: „Seht mal zu, wie ihr ohne mich fertig werdet!“ Ja, geht das denn? Fertig werden ohne den, der „dann mal weg“ ist? – Ja, es geht! Niemand ist unersetzbar! Mancher meint zwar von sich selbst, dass es ohne ihn nicht geht, dies ist aber ein weit verbreiteter Irrtum! Die Welt dreht sich einfach weiter, auch wenn Menschen aus ihren bisherigen Aufgabenbereichen aussteigen. Hilfreich allerdings ist es, wenn dann andere in die entstehenden Lücken einsteigen. Es wird nicht dasselbe wie vorher, denn ein Mensch ist glücklicherweise durch seine ganz eigene Individualität nicht ersetzbar, sondern es wird anders.

Jede Kirchengemeinde lebt von dem Gebet und Engagement ihrer Gemeindeglieder und Freunde – gerade auch, wenn mal einer aussteigt. Anders als jede Firma erreicht sie ihre Ziele vor allem durch ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen. Diese aber können nicht wie Angestellte einer Firma hin- und hergeschoben, hier und da eingesetzt oder gar versetzt und entlassen werden. Sie haben keinen „Chef“ und Vorgesetzten, sondern sie tun das, was sie tun, in Abhängigkeit von Gott und Jesus Christus und ihrer Berufung zum Dienst durch den Heiligen Geist.

Bei der Mitarbeit in einer Gemeinde geht es darum auch nicht nur um persönliche Lust, Freude, Pflicht … oder „einer muss es ja machen!“, sondern vor allem um die Erkenntnis, dass Gott diese Aufgabe gerade von „mir“ erfüllt sehen möchte. „Sag nicht: ‚Ich bin zu jung!‘“ antwortete Gott dem jungen Jeremia, als dieser die Stimme Gottes zur Übernahme eines Auftrages hörte und zunächst Bedenken hatte und widersprach (Jeremia 1, 7). „Sag nicht: ‚Ich kann das nicht!‘ oder ‘Ich habe dafür keinen Zeit!‘ Sondern sage wie Jesaja: ‚Hier bin ich, Herr! Sende mich!‘ (Jesaja 6,8).“ Daraufhin folgen die ersten Schritte. Vielleicht zunächst noch etwas unsicher – das neue Terrain muss ja erst entdeckt werden! –, dann aber zunehmend professioneller und tatkräftiger, weil Gott sich mit seinem Segen dazustellt. Gott sucht nicht qualifizierte Menschen für eine Aufgabe, sondern er qualifiziert uns für eine Aufgabe.

Liebe Grüße,
Pfarrer Michael Weber

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