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Besinnung |Pfingsten 2021

aus dem Gemeindebrief zu Pfingsten 2021

Liebe Leserinnen und Leser,

diesmal schmückt der blau-goldene Chorhimmel der Johanneskirche unseren Gemeindebrief, auch wenn wegen weiterer Bauarbeiten diese Kirche derzeit leider geschlossen und der Chorhimmel nicht „präsent“ ist, freuen wir uns an ihm.
Wir haben ja Erfahrungen gemacht mit alternativen Gottesdiensten unter freiem Himmel vor unserer anderen, der Epiphaniaskirche. – Herzliche Einladung auch weiterhin!
Der Himmel über uns ist immer präsent, und er wölbt sich in unserer Gegend ja Gott sei Dank auch häufig blau und freundlich, manchmal auch golden schimmernd. Meine Großmutter sagte dann: jetzt backen die Engel Kuchen! Auch einen bunten Regenbogen können wir hier im Rhein- und Neckartal oft und dankbar bewundern mit seinem vollständigen Farbenspektrum des Himmels. Die Farben, die sich aus dem weißen Licht durch ein Prisma vervielfältigen und auffächern, bringen nicht nur Kinder zum Staunen und erinnern uns an unsere Mitverantwortung, die Schöpfung zu bewahren.

Wir haben einen Regenbogen, Zeichen des Bundes Gottes mit uns Geschöpfen, „zusammengestrickt“ und über die Baustelle des neuen Bonhoefferhauses gehängt zum Zeichen der Verbundenheit in Vielfalt. Zum Zeichen der Güte Gottes, der uns nicht verloren gibt unter seinem Himmel – schaut bei unserer Baustelle vorbei und winkt den Kindern im Kindergarten direkt daneben, wenn sie wieder da sind!

Versuchen wir im Anschluss an unseren blau-goldenen Chorhimmel eine kleine Theologie der Farben zu erzählen, wie das schon Luther bei seinem Wappen gemacht hat, seinem „Logo“, wie er wohl 500 Jahre später gesagt hätte.

- Was die heutigen 20-50jährigen unserer Gemeinde sagen, wollen wir beim „Design Thinking“ heraushören, die vielleicht eine ganz andere Idee von Kirche haben.

Blau, Weiß, Rot, Schwarz und Gold hat der Reformator vor 500 Jahren in seiner Lutherrose untergebracht und damit Bibel, Vernunft und Herzensgewissen so fest zusammengehalten, dass er auch Papst und Kaiser in Worms widersprechen konnte. – Mehr darüber in unserer Ausstellung „Luther in Worms“ in der Kulturkirche.

Hier seine himmlische „Himmels-Farbentheologie“: Der äußere Ring der Lutherrose ist golden, die Farbe Gottes, der ewig und treu, kein Anfang und Ende hat und alles umfängt. Das Herz ist rot, die Farbe der Liebe, das Kreuz ist schwarz und mittendrin, wie Jesus, der auch die Dunkelheit nicht scheute, sich für uns hingegeben hat und uns im Herzen wohnt zwischen Karfreitag, Ostern und Pfingsten, mit seinem Leiden, mit seinem Leben, mit seinem Geist.

Die Rose ist weiß, die Farbe der Engel, die uns als Helfer und Boten – gute Mächte wunderbar geborgen – begleiten. Aber der Zwischenraum ist blau! Blau, die Farbe des Himmels, die uns daran erinnert, dass Gott überall ist, auch in den Zwischenräumen und Zwischenzeiten, zwischen Impfen und Schimpfen, in Vakanzen, Übergängen, Trauer- und Wartezeiten, auch wenn uns der Himmel voller Rosen oder kuchenbackender Engel hängt, in guten und in schweren Tagen, wo wir Gott vielleicht gar nicht selbst erwarten.

Bleibt unter der Güte Gottes und seinem Himmel trotz allem fröhlich, behütet, miteinander und mit Gott verbunden!

Dorothee Löhr, Pfarrerin

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