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Besinnung | 4. September 2020

Impuls zum Jakobusbrief

Impulse zum Jakobusbrief

Gebet um Heilung

Von der Krankenheilung durch Gebet ist in Jak. 5,13-18 die Rede. Ein schwieriges Thema für viele Christenmenschen in Westeuopa. Ganz anders in Afrika. Bei Lutheranern in Nigeria etwa gibt es die Praxis des Heilungsgebets. Ein Kollege hat mir neulich erzählt von einem lutherischen Pfarrer in Lagos, der regelmäßig Heilungssprechstunden abhält. Menschen gehen zu ihm wie zum Arzt. Der Pfarrer legt die Hände auf und spricht ein Gebet. Die Heilungserfolge sind erstaunlich. Menschen aus dieser lutherischen Gemeinde in Lagos können sich nicht vorstellen, dass ein Pfarrer bei uns keine Heilungssprechstunden abhält. "Glaubt ihr nicht daran, dass Gott heilen kann?" Wäre ihre Frage. "Die Apostel haben es doch vorgemacht. Im Namen Jesu haben sie Menschen geheilt. Wes­halb tut ihr das nicht?" Eine ernsthafte Anfrage an uns. Tatsächlich: Wie kommen wir dazu, eine biblische Glaubenspraxis einfach zu unterlassen? Wir singen und beten. Wir hören auf die Bibel und lesen in ihr. Wir taufen und feiern Abendmahl. Aber ans Heilen von Kranken denken wir nicht. Wir schicken Kranke zum Arzt. Schulmedizin, Alternativmedizin oder beides zusammen: ihnen trauen wir zu, dass sie heilen können. Menschen hierzulande, die an eine Heilung durch Gebet oder an eine Geistheilung glauben, gehen bei uns in Pfingstkirchen oder gleich auf den Esoterik­markt, wo sie Handaufleger, Besprecher, Aurachirurgen und viele weitere Angebote finden.

Bei Jakobus lesen wir: Das Gebet eines Gläubigen vermag viel, wenn es ernstlich ist. Es kann Men­schen gesund machen. In der Bibel wird viel über Heilung durch Gebet und Geist erzählt. In der Neuzeit erhält die Möglichkeit einer Heilung durch geistige Prozesse aus einer unerwarteten Ecke Unterstützung. Aus der Ecke der schulmedizinischen Psychosomatik, die sagt: Heilung gibt es nur im Zusammenspiel von Seele und Leib. Ist die Seele krank, ist oder wird es auch der Leib. Ist die Seele gesund, ist oder wird es auch der Leib. Mein Körper ist keine Maschine, die repariert werden muss, wenn sie nicht mehr voll funktionstüchtig ist. Zur Heilung braucht es vielmehr geistige Energien.

Beten eröffnet die Möglichkeit, mit Gott in Verbindung zu treten. Beim Beten können göttliche Energien strömen. Nicht automatisch, wenn ich die Hände falte. Sondern dann, wenn es Gott ge­fällt. Gottes Energieströme stärken meinen Geist. Das wiederum kann sich günstig auswirken auf einen Genesungsprozess. Kann Genesung anstoßen und unterstützen. Von daher haben viele Schulmediziner kein Problem mit der Ansicht, dass Gebete Heilung voran bringen können.

Verschwinden Krankheiten von alleine, spricht die Schulmedizin von Spontanremission. Auch eine solche kann es beim Beten geben. Ob ich daran glaube oder nicht. Mein Kleinglaube hält Gott nicht davon ab, zu wirken. Zum Glück! Wichtig dabei: auch wenn ich über das Beten nicht gesund werde. Gott ist mir dennoch nah. Er wirkt an mir auf seine Weise, wenn ich mich nicht komplett gegen ihn verschließe. Ob krank oder gesund: Gott begleitet uns durchs Leben bis hin zu unserer letzten Reise, die aus dieser Welt hinaus führt.

Herzlich grüßt Alexander Bitzel

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