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Besinnung | 12. Juni 2020

Ein Oasengespräch unter Geschwistern (Mirjam, Mose und Aaron)

Gedanken zum Leben in der Corona-Wüste

Mirjam: Schade, dass ich nicht dabei war am brennenden Dornbusch, zu gern hätte ich Gott selbst gefragt, ob man seinen Namen dreistimmig oder siebenstimmig singen soll …

Mose: ja, liebe sangesfreudige Schwester, du warst zwar nicht dabei, aber ohne dich, wäre ich auch nicht dort gewesen. Schließlich verdanke ich dir mein Leben, große Schwester Mirjam! Ohne dich und deine Idee vom Körbchen im Nil hätte mich die ägyptische Prinzessin nicht heil aus dem Wasser gezogen und mir meinen Namen gegeben, ohne dich hätte meine Mutter mich nicht stillen können, du warst die Botin des Lebens am Anfang meines Lebens und hast meine Mutter und meine Adoptivmutter zusammen geführt. Nur so konnte ich überleben als Israelit in Ägypten!

Aaron: und als du dann geflohen warst, war für mich alles vorbei, ich hätte niemals gedacht, dass du zurückkehren würdest nach Ägypten. Es ging dir doch in der Wüste bei den Schafen so gut. Also mir wären sehr viel mehr Ausreden eingefallen, damit ich diesen Auftrag Gottes nicht machen muss.

Mose: ja vielleicht, aber ohne dich, großer Bruder, wäre es auch nicht so weit gekommen, denn du weißt ja, ich kann nicht gut reden. Damals vor dem brennenden Dornbusch fiel mir nur ein, warum ich nicht der Richtige bin, warum Gott lieber dich schicken sollte, weil mir niemand glauben oder zuhören würde.

Aaron: ohne dich hätte ich es aber niemals geschafft, den Pharao umzustimmen, ich hätte es erst gar nicht versucht, und die Zeit der Plagen hätte ich auch nicht durchgezogen ohne dich. Wir säßen wahrscheinlich immer noch voller Angst an diesen Pyramiden und ließen uns knechten.

Mirjam: ich war jedenfalls begeistert, dass du zurückgekommen bist, dass ihr eure Wut so gut umgewandelt habt in Mut! Wir Frauen machen das ja oft so. Wir schlagen selten zu, wenn wir wütend sind, sondern wir versuchen, diese Energie in etwas Konstruktives umzulenken. O, da fällt mir gleich ein neues Lied ein: Aus Wut wird Mut, und das tut gut! Ich danke Gott, der Wunder tut!

Mose: ja, da ist kurz und knapp, danke! Und da ist wohl etwas dran, wenn ich an die Gesetzestafeln denke, die ich vor Wut zerschmettert habe.

Aaron: ich war schon dankbar, dass du mich nicht zerschmettert hast, denn ich hatte dich schon aufgegeben und dem Druck des Volkes nachgegeben! Ich hab einfach gesagt: Lockerungen werden schon richtig sein. So schlimm ist ein Götterbild auch wieder nicht. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Sollen sie doch ihren Spaß haben. Aber an deiner Wut hab ich gleich gemerkt, dass ich völlig falsch entschieden hatte. Ich war einfach nicht geduldig genug und bin gleich bei den ersten Fragen aus dem ungläubigen Volk eingeknickt.

Mirjam: Ja, und ich dachte für einen Moment, dass die ganze Rettung durchs Schilfmeer und die gelungene Flucht vor Pharaos Gewalt vergeblich war, denn: Mein großer Bruder war zu schwach und mein kleiner Bruder zu wütend. Aber, Gott sei´s gesagt, gesungen und gesummt! Auch diese Krise haben wir mit Gottes Hilfe überwunden. Da werden wir die nächste Etappe auch gemeinsam schaffen!

Mose: Stimmt, wir sollten aufbrechen! Die Wüste ist noch nicht durchschritten! In einer Woche sehen wir uns wieder zur Rast an der Bundeslade, bis dahin heißt es weiterwandern! Und doch will ich meiner großen Schwester mal recht geben: Das Singen tut gut, es verbindet uns mit Gott und miteinander!

Aaron: Ja, Mose, wir sollten zum Aufbruch blasen. Aber vorher will ich das Volk noch stärken, indem ich ihm den Namen Gottes auflege und seine Segenskraft auf sie umleite.

Mirjam: Und ich möchte noch mit den Frauen tanzen und singen und mit den Männern beten:

Mose: nicht schon wieder tanzen und singen, aber Beten ist o.k.!

Mirjam: Aus Wut wird Mut, und das tut gut! Ich danke Gott, der Wunder tut! Und bitte dich dreifaltiger Gott, der du mindestens 7fach wirkst in uns und um uns herum: Verwandle unsre Herzen, entflamme uns wie Kerzen, begleite uns durch Wasser und durch Feuersflammen, und führe uns mit dir zusammen. Sei Quelle und Brot in Wüstennot! Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei Hilfe sei Kraft, die Frieden schafft, sei mit uns vor allem Bösen, sei in uns, uns zu erlösen, sei mit uns in allem Leiden, sei nahe in schweren Zeiten, sei mit uns auf unsern Wegen, sei um uns mit deinem Segen.

Aaron: und ich schließe mit dem Segen, der nach mir heißt, der drei Teile hat und 7 Namen und Eigenschaften Gottes auf uns umlenkt, mit dem aaronitischen Segen nämlich: Gott, segne und behüte dich Er lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig, er erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden!.

 

Pfarrerin Dorothee Löhr

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