Matthäusgemeinde Mannheim

Evangelische

Gemeinde Feudenheim

in Mannheim

Johanneskirche

Feudenheim erhielt 1711-15 eine reformierte Kirche, die in der Hauptstraße 42 stand. Der schlichte Barockbau mit Dachreiter wurde 1786/87 vergrößert, war jedoch um 1870 erneut zu klein, so dass die Gemeinde den Neubau eines größeren Gotteshauses beschloss. Das nahe Grundstück in der Hauptstraße 35 wurde bereits 1873 erworben. Den Bauplan lieferte der Leiter der Evangelischen Kirchenbau-Inspektion in Heidelberg, Hermann Behaghel (1839-1921). Wie bei seinen anderen Mannheimer Sakralbauten (u.a. Matthäuskirche in Neckarau, Johannes-Calvin-Kirche in Friedrichsfeld, Erlöserkirche in Seckenheim, Petruskirche in Wallstadt oder Pauluskirche in Waldhof) wählte er eine neugotische Gestaltung.
Das Backsteingebäude mit roter Sandsteingliederung, Einturmfassade, Strebepfeilern und spitzbogigen Maßwerkfenstern folgt dem Typus einer dreischiffigen Hallenkirche; Turm., und Chorseite sind jeweils durch ein Querhaus mit zwei Seitenportalen erweitert. Die Einturmfassade steht leicht zurückgesetzt von der Hauptstraße. Der untere Teil des Turms wird durch Strebepfeiler eingefasst und bildet durch sein mit Wimperg und Fialen geschmücktes Spitzbogenportal den repräsentativen Haupteingang der Kirche. Am Glockengeschoss leiten vier mit Uhren besetzte Ziergiebel in das schlanke Zeltdach, das in einer filigranen Maßwerkspitze endet. Das Innere des Gotteshauses zeichnet sich durch seine filigranen neugotischen Holzkonstruktionen aus.
(aus: Architekturführer Mannheim, bearb. v. Andreas Schenk, hrsg. v. d. Stadt Mannheim 1999)

Das Gotteshaus steht aus künstlerischen, wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen unter Denkmalschutz. Der reich gegliederte Außenbau und die erhaltene historisierende Innenausstattung mit Emporen und hölzernem Segmentbogengewölbe ist ein wichtiges Glied in der Entwicklung des evangelischen Kirchenbaus in Mannheim und im Werk des Architekten. Im Jahre 2000 zeigten sich im Bereich des Chores, der Sakristei und des Abstellraums erhebliche Setzungsrisse. Infolge der fehlerhaften Gründung - Sakristei und Kirche waren in unterschiedlichen Tiefen gegründet - musste die Sakristei abgetragen und wiederaufgebaut werden. Das Architekturbüro Fritz-Hauch, das die Arbeiten leitete, ließ die Sakristei steingetreu aufmessen, nummerierte die Werksteine und setzte diese entsprechend dem Ursprungszustand wieder ein. Sechs Jahre später fanden weitere Bodenstabilisierungsmaßnahmen statt, als an der Ostseite des Kirchenschiffs erneut starke Setzungsrisse sichtbar wurden. Im Jahre 2005 wurde schließlich auch das aus dem Jahre 1856 stammende Pfarrhaus der Johanneskirche auf der Basis einer restauratorischen Befunduntersuchung am Außenbau (Putz, Anstrich, Fenster, Dachdeckung) saniert.

Fenster der Johanneskirche

Blick in die Johanneskirche

Festschrift zum 125jährigen Jubiläum der Johanneskirche
(Sonderteil zum Gemeindebrief Nr. 32 - Pfingsten 2014)

Baustelle Johanneskirche seit 2014

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