Meldungen

Besinnung

aus dem Gemeindebrief Passion/Ostern 2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

Pünktlich zu Weihnachten waren die Geländer und die Rampe an der Feudenheimer Johanneskirche montiert. Ein Hindernis weniger auf dem Weg zum Gottesdienst! Ostern kann kommen. Ostern will-kommen!

Die vordere Eingangstür ist nicht der einzige Zugang zu unserer Kirche. Es gibt ja noch 6 weitere Türen, im Ganzen sind es also die symbolischen Sieben – nicht alle sind derzeit offen und benutzt. Fünf Türen haben ein eigentlich goldenes Wort im „Tympanon“, das ist der dreieckige Türsturz über dem Eingang.

Eine Türe sieht man nur noch von innen, vorne links – von außen ist sie zugemauert, eine andere sieht man im Augenblick nur von außen, von innen steht ein Schrank davor! Das ist der ziemlich zugewachsene und überdachte Zugang zur Sakristei, den frühere Pastorenpersönlichkeiten vom alten Pfarrgarten her nutzen konnten, wenn sie im letzten Augenblick noch etwas aus ihrem Arbeitszimmer im alten Pfarrhaus holen wollten, ohne dass die Gemeinde es merkte. Auf dieser Tür steht das einzige Türwort, das nicht aus der Bibel stammt: "Nur treu!" Wer also von Berufs wegen durch die Sakristei in den Gottesdienst kommt, mehr oder weniger vorbereitet oder verzagt, bekommt gleich an der Tür eine kleine Ansprache mit auf den Weg: du musst nicht frommer sein als die anderen, auch nicht begabter, mutiger, phantasievoller, sondern einfach „Nur treu“!

Die anderen goldenen Türworte stammen aus dem Johannesevangelium, das Gold dieser Schrift soll bald wieder frisch saniert werden. Wer mag, kann einen goldenen Buschstaben, ein Wort oder einen Satz spenden!

Die Türworte zum Querschiff gehören zusammen. Jesus sagt durch die goldenen Lettern: "Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir" und: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen" (Joh 6,37). Im Nordosten und Nordwesten spricht Jesus ebenfalls vom Kommen: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" und: "Niemand kommt zum Vater denn durch mich" (Joh 14,6). Dann gibt es noch eine Innentür mit der Frage des Petrus: "Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens" (Joh 6,68).

Nur der Eingangstür fehlt ein Wort.

Ist es vergessen worden? Ist es verloren gegangen? War dort ursprünglich ein Bild über dem Sprung im Tympanon?

Einige Kinder haben der Kirche zu ihrem 125.Geburtstag vor 4 Jahren ein Bild geschenkt für das Tympanon unserer Eingangstür. Da gab es einen guten Hirten, einen Weinstock, ein Licht und einen Weg – in Anspielung auf die „Ich-bin-Worte“ Jesu beim Evangelisten Johannes, nach dem die Kirche benannt ist. Welches Jesus-Wort würden Sie dort eintragen? Vielleicht „Ich bin die Tür“? Oder: „Ich bin das A und O“ oder „Ich habe den Schlüssel zu Tod und Hölle“ aus der Offenbarung, oder den alten Gottesnamen aus dem 2. Buch Mose, der auf Hebräisch an unserem Gerüst zum Chor steht, wo Gott aus dem brennenden Dornbusch sagt: ich bin der „Ich bin für euch da“?

Vielleicht ist die Leerstelle ganz heilsam – eine gute individuelle Gottesdienst-Meditations-Vorbereitung! Jeder und jede kann sich dort selbst eintragen: Welche Frage, welche Hoffnung, welchen Zweifel und welchen Glauben, welches Anliegen, welche Bitte oder welchen Dank bringe ich mit, wenn ich durch diese Türe gehe?

Das interessiert uns! Herzlich grüße Sie Ihre

Pfarrerin Dorothee Löhr

 

Zurück zur Liste
Links Impressum Datenschutzerklärung