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Besinnung

aus dem Gemeindebrief Advent/Weihnachten 2016

Der Herrnhuter Stern: Er strahlt in unseren festlich geschmückten Kirchen, beleuchtet die geschäftigen Straßen und verwandelt so manches gemütliche Wohnzimmer in einen Weihnachtsraum.

7000 km entfernt, in dem kleinen Dorf Littiguda im Osten Indiens, im Bundessaat Odisha: Bunte Girlanden aus Krepp-Papier schmücken den sonst einfachen Kirchraum, vorne im Altarraum stehen E-Piano und Trommeln und über dem Altar hängt - der schlichte Herrnhuter Stern. Weihnachten in Indien: Ein fröhliches Fest mit viel schwungvoller Musik. Es ist kein Fest, bei dem die Familie im heimeligen Wohnzimmer feiert. Die meisten Dorfbewohner haben gar kein Wohnzimmer, sondern nur einen Raum, den sich die ganze Familie teilt. Mein indischer Schwager, der als Pfarrer in Littiguda arbeitet, erzählt: „Die ganze Gemeinde feiert mehrere Stunden zusammen in der Kirche – in Gemeinschaft. Alle sind zusammen, um die Freude über das Leben zu teilen, das Leben, das uns geschenkt ist.“ Die kleinen Kinder singen Lieder vor und entzünden Kerzen, die Jugendlichen organisieren eine Armenspeisung und die allein lebenden Witwen und die Armen werden mit Decken und Kleidung beschenkt.

In Littiguda wie auch bei uns in Feudenheim erinnert der Stern der Herrnhuter Brüdergemeine an den Stern von Bethlehem, der schon von Weitem den Stall mit Licht umgeben hat. Der Stall von Bethlehem ist sicher kein Ort der Gemütlichkeit. Maria hat gerade entbunden, Jesus ist ein Säugling und Josef ist in Angst, wie er seine Familie in Sicherheit bringt. Ein wahres Wunder ist es, von dem erzählt wird, wie der kleine Jesus die Geburt im Stall und dann die Flucht in die Fremde nach Ägypten übersteht. Die Sorgen, die Maria und Josef umgetrieben haben, sind Sorgen, die das Herz der vielen, vielen Flüchtlinge heute beschweren.

Doch Weihnachten ist die Feier eines Wunders: das Wunder des Lebens und Überlebens – allen lebensfeindlichen Schwierigkeiten und Widrigkeiten zum Trotz. Gott wirkt da, wo wir es schon gar nicht mehr für möglich halten. Gott schenkt neues Leben, wo Verzweiflung herrscht.

Gott schenkt uns das Wunder des Lebens und wir dürfen diese Freude über das Leben, die Lebensfreude weitertragen. Darum waren die Herrnhuter Missionare von Beginn an bemüht. Sie haben sich gerade denen zugewandt, die einsam sind, die krank sind, die sich sorgen und die am Rande der Gesellschaft stehen. So wird Weihnachten spürbar.

Auch uns kann das Licht des Stern von Bethlehem leuchten, in den schönen und in den schweren Zeiten: Im Erinnern an liebevolle Momente, im Teilen von dem, was uns froh macht, und im Vertrauen auf Gottes bleibende Nähe.

So möge es Weihnachten werden – in uns und zwischen uns!

- Dass uns das Licht des Weihnachtssterns noch weit über die Weihnachtszeit hinaus leuchte,

das wünsche ich Ihnen und uns allen!

Ihre Vikarin Laura-Maria Hofmann

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