Bildergalerie

Scherenschnitte der chinesischen Künstlerin Fan Pu aus Nanjing

Ausstellung in der Epiphaniaskirche vom 6. September bis 29. November 2015

Die chinesische Scheren­schnitt­künstle­rin Fan Pu gehört zu den bekanntesten Ver­tretern christlicher Kunst in China. Ihre Werke sind seit Anfang der acht­ziger Jahre in Umlauf und im In- und Ausland häufig abgedruckt und repro­duziert wor­den.

Fan Pu (*1948) hat die Kulturrevolu­tion im schweren Arbeitseinsatz in Xinjiang überlebt. Als Tochter eines bekannten Pfarrers gehört sie zu der kleinen Gruppe von jungen Städtern, die besonders lange auf dem Land ausharren mussten. Erst 1979, nach 14 Jahren, erhält sie die Er­laubnis, nach Nanjing zurückzukehren. Kurz darauf werden die ersten Kirchen wieder eröffnet. Ihr Wunsch, noch etwas zu lernen und sich beruflich weiterzuentwickeln, wird innerlich von dem Ruf Gottes verstärkt, den sie von Neuem in sich vernimmt. Neben ihrer Anstellung in einer Werbefirma, schult sie ihre kreativen Fähigkeiten im Selbststudium weiter, insbesondere die schon als Kind erworbenen und zum Zeitver­treib auf dem Land verfeinerten Fähigkeiten, Scherenschnitte anzufertigen. Nach dem Tod ihres
Va­ters wird klar, dass sie das Erbe ihres Vaters antreten wird und mit ihren Mitteln seine Arbeit fort­setzt, das Evangelium zu verkünden.

Für einen Kalender der 1985 gegründeten Diakoniestiftung Amity Foundation entwirft Fan Pu eine heute berühmte Bildreihe. 1992 nimmt Fan Pu an einer Konferenz asiati­scher weiblicher christlicher Künstlerinnen teil. Seither engagiert sie sich in der Asian Christian Art Association und im Amity Christian Art Center zur Förderung und Ver­breitung chinesischer christlicher Kunst. 1993 findet erst­malig eine größere Ausstel­lung chinesischer christlicher Kunst statt, allerdings in Hong Kong.

Viele Arbeiten Fan Pus für die Amity Foundation orientieren sich am praktischen Ge­brauch der Gläu­bigen und der Kirchen. Im Auftrag der Bibeldruckerei entwirft sie z. B. eine Reihe Lesezeichen. Für Kalender entstehen inhaltlich zusammenhängende Zwölferzyklen, meistens mit biblischem Hinter­grund, eingekleidet in traditionell chine­sisches Design und Landschaftselemente.

Fan Pus Scherenschnitte wurden in Ausstellungen in den Niederlanden, Österreich, Deutschland, den USA und in Israel gezeigt. In Hong Kong gestaltet eine Kirche ihre komplette gläserne Außenfassade nach Segmenten eines mehr als 10 m breiten Bildes mit Motiven aus dem Leben Jesu in 153 Einzelbil­dern. In Stuttgart stellte sie 2015 beim Deutschen Evangelischen Kirchentag aus.

 

zurück

Links Impressum