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Besinnung

aus dem Gemeindebrief zu Erntedank 2017

Goldmatt strahlt er, unser Abendmahlskelch. Er erinnert uns an die letzte Abendmahlsfeier wie sie in der Bibel, hier nach Matthäus, überliefert ist:
„Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib.  
Und er nahm den Kelch und dankte, gab
ihnen den und sprach: Trinket alle daraus;  das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.  Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.“
Das Abendmahl – eine wichtige und besondere Tradition im Christentum, die sich bis heute erhalten hat. Mit Brot und Wein vergegenwärtigen wir Jesus und werden mit ihm zu einer Gemeinschaft.
Insbesondere der Kelch spielt in unserer protestantischen Geschichte um das Abendmahl eine wichtige Rolle und ist heute nicht mehr wegzudenken. Denn der Kelch ist für jeden Christen und nicht nur für Priester. Das war schon so bei den böhmischen Anhängern des Jan Hus, 100 Jahre vor der Reformation durch Martin Luther. Der Kelch ist also ein evangelisches Erkennungszeichen.
Das dachte sich auch ein bis heute leider unbekannter Spender vor 300 Jahren und stiftete unserer Feudenheimer Gemeinde
einen ganz besonderen Schatz: Einen wertvollen Abendmahlskelch.
Die Zahl der Abendmahlsfeiern, bei denen unser Kelch schon dabei war, ist nur zu erahnen. Kirchengebäude wechselten, der Kelch aber blieb. Sicher ist, dass er unsere Gemeinde begleitete und unzählige Geschichten zu erzählen hat.
Mit der Zeit zeigten sich leider einige Gebrauchsspuren an dem Kelch. Der Fuß brach ab. Daher konnte der Kelch vorerst nicht mehr verwendet werden – bis letztes Jahr. Dank der Unterstützung eines Mainzers Restaurators konnte der Kelch wiederhergestellt werden und erhielt eine neue vergoldete Ummantelung. Dort war er in den besten Händen, denn der evangelische Mainzer Juwelier im Schatten des katholischen Doms kümmert sich sonst um den 1000-jährigen Mainzer Domschatz und kennt sich deshalb mit der Restaurierung solcher Goldkelche bestens aus.
Zur Feier und zu Ehren der diesjährigen Jubelkonfirmanden wurde der Kelch nach seiner Restaurierung erstmals wieder eingesetzt.
Wir freuen uns, dass der Kelch in neuem Glanz erstrahlt und dass er mit unserer Feudenheimer Gemeinde neue Geschichten schreiben wird – hoffentlich weitere 300 Jahre! Welche Geschichten unsere Gemeinde gerade so schreibt, können Sie im folgenden Gemeindebrief nachlesen. Viel Freude dabei wünscht Ihre und Eure
Vikarin Lena Hupas

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