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Ergebnis des Wettbewerbs Epiphaniasgelände

Pressemeldung vom 21.11.2016

Epiphanias-Gelände: Jury prämiert vier Entwürfe für die künftige Nutzung. Nun folgt der Realisierungswettbewerb mit Investoren

(21.11.2016) Aus den 25 Beiträgen, die beim Ideenwettbewerb für die Nutzung des Epiphanias-Geländes aus ganz Deutschland eingereicht wurden, wurden vier Vorschläge prämiert. Am meisten
überzeugte eine Bebauung in offener Blockstruktur, die den Platz vor der Epiphaniaskirche gänzlich unberührt lässt. Über das Preisgeld von insgesamt 16.000 Euro freuen sich Architekturbüros aus Walldorf, Mannheim, Freiburg und Leipzig.

Welcher Entwurf realisiert wird, ist damit noch nicht entschieden. Ziel des Ideenwettbewerbs war,
Lösungen zu finden, bei denen sich im nächsten Schritt Investoren einbringen, erläutere der Jury-
Vorsitzende Prof. Johann Eisele aus Darmstadt beim Pressetermin am 18. November.

„Wir übernehmen Verantwortung“

Über die vielen Beiträge freut sich auch Dekan Ralph Hartmann. Denn „dieser Wettbewerb sorgt
für Qualität. Wir übernehmen hier Verantwortung für die städtebauliche Situation, für das Miteinander
im Stadtteil und auch für die Ästhetik“, so Hartmann.

Zwölf Stunden hatte die hochkarätig besetzte Jury über die Vergabe der vier Preise diskutiert. Die
Spanne reichte von blockartiger Bebauung bis hin zu locker über das Areal verteilten Baukörper,
von kubusförmigen Gebäuden bis hin zu geschwungenen Bauformen. „Wir hatten eine beeindruckende
Vielfalt von ganz unterschiedlichen Lösungsansätzen“, sagte Eisele über die eingereichten
Beiträge. Hauptkriterien des offenen Ideenwettbewerbs waren die Nutzung der verfügbaren Fläche
bei Erhalt der Kirche als Kulturkirche, die Gestaltung der genutzten Fläche beispielsweise auch für
soziale Angebote, eine gute städtebauliche Einbindung und der Erhalt der Bäume. Die vier prämierten
Beiträge lagen in der Bewertung alle „dicht beeinander“, betonte Jury-Mitglied Dr. Werner
Besier von Förderer von Epiphanias Feudenheim e.V.

Den mit 6.000 Euro dotierten 1. Preis erhielt das Architekturbüro Jöllenbeck & Wolf Architekten aus
Walldorf. Ihr Vorschlag sieht zwei gegeneinander versetzte L-förmige Baukörper vor, in deren Mitte
sich eine Innenhoffläche öffnet. Die Baukörper bieten Raum für beispielsweise betreutes Wohnen,
ein Café und Gemeinschaftsräume. „Die Arbeit überzeugt durch ihre klare städtebauliche Gliederung
und die Gestaltung der Freiräume“, so das Votum der Jury.

Anstelle von Platz 2 und 3 hat die Jury zwei Arbeiten mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Die Arbeit
von Hetzel+Orthoff Architekten aus Freiburg sieht sechs amorph geformte Gebäude vor, die sich
so in das Areal einfügen, dass alle Bäume stehen bleiben können. Aus der Vogelperspektive sehen
die Grundrisse fast wie ein Puzzle aus. „Innovative Gebäudeformen mit innovativen Wohnformen
können für den Ort gut und für einen Investor interessant sein“, urteilte die Jury. Einen weiteren
2. Preis ging an die Architekten Storch+Federle aus Mannheim. Sie wollen „Epiphanias im
neuen Glanz“ erscheinen lassen und sehen zwei langgestreckte Baukörper auf dem Gelände vor,
die durch das vorgeschlagene Fassadenmaterial wie goldene Häuser mit kristallinen Formen anmuten.

Den 4. Preis erhielt das Leipziger Architekturbüro Schöner und Panzer für den Vorschlag eines Integrationshotels.
Dieses soll im bestehenden Epiphaniashaus untergebracht sein, so dass die alte
Bausubstanz genutzt wird. „Die Idee“, urteilt die Jury, „passt zur Kulturkirche, nach Mannheim und
in den Stadtteil Feudenheim“.

Für die evangelische Gemeindein Feudenheim betonten Ältestenkreisvorsitzende Dorothea Horz
und Gemeindepfarrerin Dorothee Löhr wie wichtig die ästhetischen und ökologischen Aspekte, die
soziale und die städtebauliche Perspektive dieses Wettbewerbs seien.

Wettbewerb mit Bürgerbeteiligung

Welche der Ideen zum Zuge kommt, ist offen. Steffen Jooß, Direktor der Evangelischen Kirchenverwaltung,
erklärte, dass bei dem zweistufigen Wettbewerb auf den nun abgeschlossenen Ideenwettbewerb
der Investorenwettbewerb folge. Denn es gälte, die eingereichten Vorschläge mit finanzierenden
Investoren zu verbinden. Noch bis zum 27. November sind im Epiphaniashaus alle
25 Beiträge ausgestellt, so dass sich Interessierte aus Feudenheim und der Region mit einbringen
können. „Diese Bürgerbeteiligung ist uns in diesem Wettbewerbsverfahren sehr wichtig“, sagt
Jooß. In einer zweiten Phase folgt nun der Realisierungswettbewerb, um die Umsetzung durchführen
zu können. Mit Ergebnissen der zweiten Wettbewerbsphase wird im Frühjahr 2017 gerechnet.

Hintergrund des Wettbewerbs ist die Neuorganisation der gemeindlichen Gebäude in Feudenheim.
Derzeit gibt es an der Johannes-und an der Epiphaniaskirche jeweils ein Ensemble aus Kirche,
Gemeinde-und Pfarrhaus sowie Kita. Mit Blick auf die Entwicklung der Gemeindemitgliederzahl ist
das nicht mehr finanzierbar. Daher wird die Evangelische Bezirksgemeinde Mannheim in Feudenheim
zukunftsorientiert investieren: Anstelle des jetzigen Bonhoeffer-Hauses an der Johanneskirche
wird ein neues Gemeindehaus mit fünfgruppiger Kita gebaut. Dieses Vorhaben, für das demnächst
ein Wettbewerb ausgeschrieben wird, wird durch den Verkauf des Epiphaniasgeländes mitfinanziert.
Welcher Investor den Zuschlag für das Epiphanias-Projekt erhält, entscheidet die Evangelische
Kirche in Mannheim. (dv)

Bildunterschrift: Präsentieren die vier Sieger-Entwürfe des Ideenwettbewerbs für das Epiphanias-
Gelände: (v.l.n.r.) Dr. Werner Besier (Förderer Epiphanias e.V.), Dorothea Horz (Vorsitzende Ältestenkreis),
Steffen Jooß (Direktor Evangelische Kirchenverwaltung), Dorothee Löhr (Gemeindepfarrerin),
Prof. Johannes Eisele (Jury-Vorsitzender). Foto: de Vos.

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